Ein kleines Projekt 1999er 3.2er Quattro.

  • Moinsen,


    im Winter 2017/2018 hatte ich noch eine kleine Umbau-Idee.


    Diese konnte aber gut parallel umgesetzt werden.


    Begann alles damit, das ich sehr günstig ein Getriebe eines VW 1.9 Diesels bekommen habe. Kennbuchstabe DRW.


    Dieses wollte ich nutzen um mein aktuelles Getriebe ein bisschen zu verlängern, da mir die Übersetzung nicht so sehr zugesagt hat. Dadurch geht zwar ein bisschen Raddrehmoment verloren, aber irgendwas ist ja immer.


    Um es mir aber zu ersparen meinen Wagen so lange, während der Zeit des Umbaus, zerlegt da stehen zu haben, hatte ich noch ein 2. Getriebe besorgt von einem VW Golf 4 R32. Kennbuchstabe DRP.


    Hier mal die beiden im Kofferraum, zum annähern :D



    Leider hat es nicht geholfen die beiden über 2-3 Nächte allein im dunklen Kofferraum zu lassen, das sie sich von alleine paaren, war den Winter wohl doch zu kalt. Schade.


    Also musste ich beigehen und sie erst mal selbst naggich machen.



    Das Diesel-Getriebe hatte schon ein paar mehr Kilometer auf dem Buckel, war aber soweit noch zu gebrauchen, was ich davon brauche.


    Das ganze dann trotzdem nochmal gewaschen. Altes Getriebeöl ist vom duft echt nicht angenehm.....



    Hier nochmal ein Vergleich der beiden Gehäuse, warum man nicht einfach das Diesel-Getriebe an den 6-Zylinder schrauben kann. (Winkeltrieb-Abgang mal außen vor)


    Die Anschlüsse / Anschraubpunkte sind einfach anders.



    Dann lag der Inhalt der beiden Getriebe vor mir.





    Geplant war dann die Übersetzung der Wellen vom Diesel Getriebe zu nehmen, und die Übersetzung der Gangräder vom Benziner-Getriebe zu behalten.

    Dann brauchte ich also das Zahnrad vom Diesel-Getriebe.

    Da dieses original vernietet ist, musste ich diese ausbohren. Denn 2 WD Differential passt nicht 1:1 mit dem 4WD Differential überein.



    Trotz angetriebener Hinterachse kann es nicht schaden auch für eine bessere Traktion an der Vorderachse zu sorgen.


    Also ist das serienmäßige Differential rausgeflogen und wurde gegen eine Peloquin Differentialsperre ersetzt. Diese kommt komplett mit neuem Lager, mit neuen Schrauben, und sogar 4 Ersatzschrauben zur Montage.



    Hier dann mal der Vergleich der beiden Teile



    Nachdem das erledigt war ging es an den "spaßigen" Teil


    Von den Abtriebswellen des Diesel Getriebes habe ich nur die Antriebs-Übersetzung beibehalten, und den rest von den Benziner-Getriebe verwendet.


    Das gab dann eine schöne Zahnrad-Puzzelei





    Synchronringe etc habe ich dann auch aus dem Benziner-Getriebe verwendet. So lange gepuzzelt bis nichts mehr übrig war, und ich dann 4 neu zusammengewürfelte Wellen da liegen hatte. Und es waren nicht mal Teile übrig, oder zuviel ^^



    Wunderbar.


    Was noch gemacht wurde, was aber nicht von mir kommt, war die Eingangswelle zu verlängern und zu verstärken. Da gehen ja die Meinungen auseinander, was Sinnhaftig ist und was nicht. Aber ich wollte es halt mal so probieren.


    Also wurde die Eingangswelle noch ausgefüllt mit einem Metallkern und dazu verlängert um sich noch im Pilotlager in der Kurbewelle abzustützen.



    Das ist dann der verlängerte Zapfen vorne.


    Und dieses die ausgefüllte Seite, von hinten sichtbar.



    Normalerweise ist diese Welle hohl.


    Ob es dadurch kaputt gegangen ist, oder nicht kaputt gegangen ist, kann einem bestimmt nachher keiner mehr genau sagen. Aber wenn man das schon mal alles zerlegt vor sich hat, kann man es auch machen lassen.


    Dann wurde ich noch durch eine Fernsehsendung inspiriert ......



    Der TT in der Show hatte einen "Getriebeschaden" das sich der 1. und 2. Gang nicht einlegen ließ. Der Rest klappte bestens.


    Ursache des ganzen war eine gebrochene Nietverbindung der Schaltgabel. Reparaturkosten des ganzen waren keine 2 € für eine neue Schraube ( Arbeitszeit ausgenommen)


    Da konnte ich es dann auch gleich anpassen und meine Schaltgabeln dementsprechend anpassen.



    Niet ausgebohrt, Loch vergrößert, Gewinde geschnitten, verschraubt und gesichert.


    Sollte so also besser halten.


    Dann alles wieder zusammengesetzt im Gehäuse und eigentlich auf einen Termin gewartet um das Lagerspiel des Getriebes einstellen zu lassen. Weil mir dazu das nötige Equipment fehlt...

  • Nochmal ein kleiner Nachtrag.....


    Leider hats dann mit dem Termin zum Lagerspiel einmessen nicht so recht zeitnah geklappt. Und wenn man dann vor den Teilen sitzt bekommt man andere komische Ideen.


    Ein paar Tage später war dann ein kleines Paket vom Don-Octane bei mir :D




    Also konnte ich mich wieder an die Wellen machen und diese zerlegen...



    Zum Glück wusste ich dieses mal wenigstens ein bisschen, was mich erwartet, was ich zu tun habe, und worauf ich zu achten habe. So ging das ganze schon ein bisschen besser.


    Mal zum Vergleich die neuen und alten Gangräder Nebeneinander




    Und das ganze dann nach dem Umpressen



    Es ist also nur das Kit vom 3. bis zum 6. Gang. Der 1. und 2. Gang sind weiterhin fest auf der Eingangswelle und diese wollte ich erst mal nicht ändern, wenn es nicht nötig wird.


    So soll das ganze dann wieder ins Getriebegehäuse.


    Hier noch ein Bild vom zusammenbau. Das einmessen ist dann ein paar Tage später auch erfolgt.



    So konnte dann der Deckel wieder drauf und dann ein mal irgendwann ins Auto.

  • Ein paar Wochen später ging es dann an den Umbau.

    Ich habe es mir ein bisschen einfacher gemacht und lieber gleich den Motor gezogen.


    Also los im Text, Front ab, Kühlwasser raus, Wellen ab, Leitungen trennen etc



    Dann den Motor samt Getriebe raus :



    Mittlerweile brauche ich dafür noch gute 3 Stunden und das macht einem das arbeiten daran wesentlich leichter.


    Wo man schon mal alles raus hatte, konnt gleich noch ne defekte Achsmanschette gemacht werden. Ich hasse dieses Fett !!



    Was man hier gut sehen kann, ist der Grund warum es nicht so gut im Auto funktioniert das Getriebe samt Winkeltrieb zu tauschen wenn alles im selbigen verbaut ist.



    Darum das Getriebe ohne Winkeltrieb an den Motor, dann den Winkeltrieb dran, danach dann Öl auffüllen. So ists deutlich einfacher !



    Wenn man schon mal das Getriebe raus hat, kann man auch mal schauen was die Kupplung so zu den vergangenen Fahrten sagt, aber die ist von dem verpassten Drehmoment und hier und da mal n "Allrad-Start" mit springender Kupplung noch eher unbeeindruckt.






    Dann war das schwerste geschafft und das "neue" Getriebe war an seinem neuen Arbeitsplatz neben dem Motor. Ich hoffe die beiden verstehen sich gut und vertragen sich.



    Das ganze nun wieder ins Auto geworfen und alles drum herum wieder komplettiert




    Probefahrt !!



    Was man eben nun stark merkt sind die grob verzahnten Räder. Das klingt immer ein bisschen so als würde eine S-Bahn beschleunigen. Das surren soll sich mit der Zeit aber ein bisschen legen, bzw überhört man es einfach mit der Zeit. Aber die Geräuschkulisse ist schon in Ordnung so.


    Von der Übersetzung mit den verbauten Reifen ist es nun theoretisch so :


    2. Gang über 100, 4. Gang über 200 und 6. Gang über 300 km/h theoretische Höchstgeschwindigkeit.



    Aber so richtig habe ich mich noch nicht getraut, das verbaute auch mal auszutesten. Dabei ging einem jede einzelne Schraube durch den Kopf die man die letzten Jahre so mal in den Händen hatte, und fragt sich, ob diese auch noch so ausreichend fest ist, wie gefordert.


    Vielleicht traue ich mir im nächsten Jahr mehr zu.


    Dieses Jahr musste es reichen.


    Die GPS-Aufzeichnung mit der Performance Box sagte dann folgendes :




    Grüße

    Jörg

  • Zweiter Defekt in 2019 ist aufgetreten. Aber zum Glück nicht so gravierend.

    Jedoch immer sehr fettig / wiederlich.


    Als ich mal wieder unter dem Wagen lag, viel mir die Achsmanschette auf. Bald würde sie sich verabschieden.




    Also bin ich ein paar Tage später mal beigegangen und habe die Welle ausgebaut.


    An einer Stelle war die Maschette tatsächlich schon durch.





    Habe mich mal für eine Manschette entschieden aus diesem neuen Hartplastik/Thermoplast. Diese sollen etwas stabiler sein. Wir werden sehen und ich werde berichten.




    Also hinten den Deckel der Welle ab, den Sprengring gelöst, das Gelenk von der Welle geschoben, die defekte Manschette von der Welle geschoben, die neue Manschette wieder drauf, das Gelenk hinterher, den Sprengring wieder montiert und versucht alles wieder zu befestigen. Pustekuchen.


    Dann viel mir auf das das Anschlußstück vom Gelenk doch irgenwie deformiert aussah. Warum auch immer............


    Also mal eine andere Welle genommen und zerlegt. Und siehe da. Das Gelenk sah am Anschluss doch ein wenig anders aus.






    Habe mich dann für das andere Gelenk entschieden und dieses dann mal an die Welle gesteckt. Und wirklich. Die Manschette drüber gestülpt, passt. Noch ein bisschen Fett da rein gepresst, mit der Ohrschelle befestigt und schon konnte der Deckel wieder drauf.


    Bereit zum einbau.




    Und es langt wirklich ein Wagenheber, eine 30er Vielzahnnuss, ein 10er Vielzahnsteckschlüßel, diverse Verlängerungen, ein Drehmomentschlüssel, eine 16er /17er Nuss um die Welle aus- und wieder einzubauen.



    Grüße

    Jörg