Aggregarteträger 8N7 199 313 E Audi TT Roadster

  • Hallo zusammen,



    ich habe heute eine sehr unschöne Entdeckung gemacht, als ich die hinteren Buchsen meines Aggregarteträgers prüfen wollte:


    Die Aufnahmen der Buchsen sind durchgerostet ! Hätte ich die Buchse nicht herausgenommen, wäre mir diese Durchrostung nicht aufgefallen :(


    Allgemein war ich verwundert, viel Dreck sich im Aggregarteträger ansammelt, das sind gut 2 volle Dreckschaufeln herausgekommen, was auf den Zustand im Inneren des Trägers schliessen lässt ;(



    Jetzt ist guter Rat ( oder guter Ersatz) teuer: bei Audi +/- 1230 € in Form des Ersatzteils 8N7 199 313 E incl. der hinteren Gummibuchsen.

    Dies ist mir offengesagt zu viel Geld für ein 20 Jahre und 190tkm altes Fahrzeug mit einem Restwert von 5 bis 6k€.


    Die Suche nach Gebrauchtteilen verlief nicht besonders erfolgreich, zumal auf den Bildern nirgends erkenntlich ist, ob die Gebrauchtteile unter den verbauten Buchsen nicht genau so vergammelt sind, wie mein Träger.


    Einen Aftermarket-Träger findet man leider für den Roadster garnicht (zumindest habe ich im Internet nichts gefunden).

    Jedoch gibt es die Aggregarteträger recht preiswert neu für den Audi A3 8L bzw. Golf 4.


    Der Roadster-Aggregarteträger unterscheidet sich vom Coupe durch die Ergänzung der Zugstreben am Unterboden.

    Diese Ergänzung hat sogar eine eigene ET-Nr.: 8N7 199 453 B:


    Leider finde ich unter dieser Nummer nichts im ET-Katalog, noch im Internet.


    Wenn ich richtig informiert bin, liegt der Unterschied zwischen dem TT Coupe Aggregarteträger (8N0 199 313 E) und dem des A3 (1J0 199 313 M) in den hinteren Buchsen, die beim TT zweitteilig sind (8N0 199 282 C und 8N0 199 282 D). Die vordere Querstrebe ist AFAIK nicht immer verbaut und kann bei allen Trägern bei Verwendung der Bildniedmutter N 909 147 01 nachgerüstet werden.


    Demnach könnte ich aus dem Aftermarket A3 Träger einen Roadster-Aggregarteträger bauen, wenn ich die Buchsen tausche, die Querverstrebung einbaue und die Zugstrebenaufnahme 8N7 199 453 B anschweisse ?!


    Da diese nicht mehr käuflich ist, müsste ich sie aus meinem Träger heraustrennen und neu anschweissen.


    Sagt mal was zu dieser Idee !

    Liege ich grundlegend richtig, dass ich einen A3 Aggregateträger als Basis nutzen kann?

    Wenn ja, gibt kann ich jeden beliebigen Hersteller nehmen oder sollte man eien bestimmten wählen ? Die Preise variieren von 90 bis 240€..


    Habt ihr eine bessere Idee, wie ich ggf. meinen Aggregarteträger retten kann ?


    Ich bin für allen Input offen !!


    Gruss Jochen

  • Moin,


    klingt nicht verkehrt, die Idee, auch wenn ich davon noch nie etwas gehört habe.


    Eigentlich gehe ich davon aus, dass die Unterschiede der Aggregateträger sicherlich ihren Grund in dem höheren Mass an Steifigkeit haben werden, welches der Träger für den Roadster aufweisen muss. Ob dies durch das Anschweißen der Zugstreben auszugleichen ist?


    Eine weitere Frage: wenn die hinteren Buchsen beim TT doppelt ausgeführt sind, unterscheidet sich der Träger an dieser Stelle nicht von einem A3- oder GolfIV-Träger?


    VG

    El Gordo - die Weißwurscht stellt sich vor



    In this world, nothing can be said to be certain, except death and taxes. (Benjamin Franklin)


    Verglichen mit den Grünen und ihrem alltäglichen Hang zum Totalitarismus ist die katholische Kirche eine libertäre Organisation mit Sinn für menschliche Schwächen. (Henryk M. Broder)

  • Ob der Aggregarteträger des Roadsters wirklich steifer konstruiert ist, kann ich leider nicht sagen, die Buchsen scheinen aber zwischen den Varianten austauschbar zu sein.


    Zum einen wird die günstigere Plowerflex-Variante (PFF85-424) der zweitigen TT-Buchse für alle Trägervarianten angeboten, zum anderen kann man auf Bildern des A3 Trägers den gleichen Aufbau der Buchsenaufnahme erkennen:



    Die Zugstreben belasten den Aggregarteträger nur in der x-Achse, das müsste der Träger IMA liefern.

    Bei NewBeetle-Cabrio wird sogar ohne zusätzlichen Zugstreben gearbeitet, daher stellt sich die Frage, wie gross die Kraft sein wird, die die Zugstreben ausüben können, wenn sie letztendlich mit nur 2 x M8 Schrauben je Strebe angeschraubt sind.


    Aber wie schon gesagt, hier muss ich leider mutmassen und hoffe auf Erfahrungen oder dem Bauchgefühl derer, die sich ebenfalls mit dem Aggregarteträger befasst haben.


    Im MK1 Seat-Leon Cup hat man seinerzeit keinen veränderten Aggregarteträger verwendet, erst zur PQ36 beim MK2 hat es zusätzliche Metallverstärkungen und -schweissungen für den Rennbetrieb gegeben.

    Also scheint der PQ34 Aggregarteträger garnicht so instabil zu sein oder er muss weniger Kräfte aufnehmen, wie wir gerade annehmen



    Aber danke schon mal für einen Input / Anmerkungen :thumbup:


    Gruss Jochen

  • Ich habe beim Zerlegen meines 8N7 199 313 E Aggregarteträgers noch ein bisschen "Herkunftsforschung" betrieben und unter dem Dreck ein paar recht verwitterte Hinweise gefunden:


    Mein Träger wurde also am 28.03.2000 von der Firma SRP-Germany hergestellt.

    Zu dieser Firma gibt das Internet nichts sinnvolles her.


    Interressanter ist jedoch das eingeschlagene Zeichen:



    Es ist recht eindeutig zu erkennen, dass der TT Roadster-Träger kein "eigener" Träger ist, sondern als VW-Teil gebaut wurde.

    Die einzigen Audi-Nummern, die ich am Träger finde, sind die o.g. Erweiterung (8N7 199 453 B), die zweigeteilten hintern Buchsen ( 8N0 199 282 C /D) und die Querverstrebung mit der Nummer 8N0 199 403 B:



    Ich glaube, wir können uns recht sicher sein, dass man den (überteueren) TT-Roadster Aggregarteträger aus einem VW Träger erstellen können


    :)

  • Dann will ich die Aufbaustory ein bisschen erweitern:


    das Bauteil 8N9 199 453 B kann mit viel "Gefühl" mittels Flex und Feile vom defekten Motorträger getrennt werden. Jedoch sollte man sich hierfür Zeit nehmen, denn "mal eben" bekommt man das wertvolle Stück nicht so gelöst, dass es wiederverwendet werden kann.



    Die Anpassung der Zugstrebenaufnahme an den neuen Motorträger sollte man am besten unter dem Fahrzeug vornehmen. So kann man sich sicher sein, dass Motorträger, Zugstreben und Zugstrebenaufnahme bei exakt dem Fahrzeug passt, bei dem es verwendet werden soll.

    Die Zugstreben gleichen jedoch über recht grosszüge Langlöcher einiges an "Ungenauigkeiten" aus, daher sollte man schon passend arbeiten, aber sowohl Motorträger, als auch Zugstreben sind definitiv keine Präzisionsbauteile.

    Den Geradeauslauf des Fahrzeugs bekommt man letztendlich aus der Fahrwerkseinstellung und nur sekundär durch den Aggregarteträger und dessen Genauigkeit.


    Anschliessen muss alles sauber verschweisst werden:



    Dem Träger auf dem Bild fehlen jetzt noch die Zugstrebe incl. der Einziehmuttern, sowie der Tausch der Buchsen auf die TT-Variante und letztendlich eine widerstandsfähige Lackierung, sowie Hohlraumkonservierung.



    Beim Erfahrungssammeln vor der Entscheidung, einen Aftermarket-Träger umzubauen, wurde vielfach die "einfachere" Qualität der Non-OEM Teile bemängelt. Gerade die sehr günstigen Exemplare sollen bei Lackierung und der Qualität der Schweissnähe deutliche Nachteile haben. Jedoch liest man nirgends , dass die billigen Rahmen wirklich unpassend sind und sich das Fahrwerk nicht passend einstellen lies.


    Letztendlich habe ich mich für einen Träger mittlerer Preisklasse entschieden, der laut Anbieter aus deutscher Herstellung ist und besseren Stahl verwenden soll. Ich bilde mir jetzt ein, dass dies tatsächlich so ist, denn belegen kann ich es nicht. Die Verschweissung sind optisch vergleichbar dem Original. Die Materialstärke ist an allen, sinnvoll mit einem Messchieber zu messenden Stellen, gleich. Die Lackierung des Rahmens ist jedoch defintiv nicht OEM- like, was aber in meinem Fall eh irrelevant ist.


    Auch wird vielfach die Meinung vertreten, dass ein "guter gebrauchter" Original-Aggregarteträger die bessere Lösung sei. Dies möchte ich sehr deutlich relativieren:

    - zum einen sind diese Träger inzwischen IDR > 15 Jahre

    - zum anderen kann man ohne Endoskop den tätsächlichen Zustand eines gebrauchten Träger nicht bewerten:


    Nach dem Zerlegen meines Originalteils habe ich mir dir Mühe gemacht und habe den Rahmen um die Buchsenaufnahme aufgetrennt. Nicht nur die Buchsenaufnahme selber ist extrem angegriffen, der gesamte Träger ist um hinteren Bereich innerlich im Prinzip "fertig":


    Diese Schäden hätte man sicherlich nicht erwartet, wenn der Träger, wie oben gezeigt, nur etwas Oberflächenrost hat. Durch äusserliches Beschauen konnte man diese Rostnester nicht erkennen.

    Bei einem solchen Zustand wird jeder noch so einfache neue, und rostfreie Träger eine bessere Lösung sein

  • einen ergänzenden Beitrag möchte ich dem Thema noch anführen.


    Ich zwischenzeitlich überlegt, ob ich die im neuen Träger verbauten Standartbuchsen beihalten soll und nicht die 190tkm alten TT-Querlenkerbuchsen übernehme.


    Letztendlich habe ich mich doch dagegen entschieden, die Buchsen ausgepresst und die "alten" verbaut.


    Sieht man sich die Buchsen im Vergleich an, erkennt man zwei Dinge sofort:


    - die Standartbuchsen entkoppeln den Motorträger zur Karrosserie sehr deutlich, da sie viel mehr Gummi und viel weniger Alu besitzen. Hierdurch leidet die Lenkpräzision definitiv.



    - die TT-Buchsen haben soviel Alu und so wenig Gummi, dass ein Verschleiss der Buchsen nahezu ausgeschlossen ist



    Somit konnte ich letztendlich mit Zeit- und Schweissaufwand den TTR-Aggregarteträger günstig durch ein Neuteil ersätzen ohne die 1230€ bei Audi ausgeben zu müssen oder die Gefahr einen gebrauchten, innerlich verrosteten Träger zu erstehen.

    Die reihen Kosten liegen hierbei je Angebot vergleichbar oder sogar günstiger dem Gebrauchtteil und man kann sich sicher sein, dass der Träger rostfrei ist

  • Ich habe mir einen Audi A3 Träger eines dänischen Zulieferers gekauft. Hier mal der direkte Vergleich:


    Gewicht

    OEM: 10,5 Kg

    aftermarket: 10,5 Kg


    Blechdicke

    OEM: 2,3mm

    aftermarket: 2,3mm


    Außer dass der Zubehörträger im Bereich rechts des Getriebehalters verstärkt ist, konnte ich konstruktiv keine Unterschiede feststellen. Qualitative Unterschiede bestehen definitiv bei der Oberflächenversiegelung. Das OEM Teil ist mit einem sehr harten und widerstandsfähigen Lack überzogen. Das Zubehörteil wurde billig mit dünnem Lack besprüht. Hier werde ich wohl nochmal leicht anschleifen und zwei Schichten Maschinenlack aufbringen. Innen kommt dann noch was nettes zur Holraumkonservierung zum Einsatz und dann sollte das fürs restliche Autoleben reichen.



  • Moin zusammen,


    schöner und sehr hilfreicher Beitrag hier.

    Wie war das jetzt MaTTze : Ist der Träger für den Frontkratzer oder den Quattro? Nur für die Vierzylinder oder auch das Eisenschwein? Hast Du eine Artikelnummer oder Bezugsquelle?


    Zur Rostvorsorge: man könnte natürlich auch KTL-beschichten. Damit käme man dem Original sicherlich am Nächsten. Ist nur teurer, als es selbst zu machen mit den üblichen Mitteln.


    VG

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  • Hersteller/Zulieferer ist bei meinem die JP Group aus Dänemark. Wer das Teil letztendlich herstellt weiß ich nicht. Die Teilenummer findest du auf den Bildern...ich habe mir da über idealo einfach den Günstigsten rausgesucht.

    Soweit ich weiß gibt es beim Aggregateträger nur Unterschiede zwischen Coupe und Roadster. Der vom Roadster ist über Querstreben nochmal mit den Schwellern verbunden. Das sind die Streben, die Jochen extra angeschweißt hat (in Post #5 zu erkennen). Das Coupe hat diese Versteifungen nicht.

    Ob 1.8T oder 3.2 und 2WD/4WD ist meines Wissens nach egal. Es ist immer der gleichen Aggregateträger.

  • Soweit ich weiß gibt es beim Aggregateträger nur Unterschiede zwischen Coupe und Roadster.

    Stimmt

    Ob 1.8T oder 3.2 und 2WD/4WD ist meines Wissens nach egal. Es ist immer der gleichen Aggregateträger.

    Richtig, für das Coupe, egal welcher Motor ist der Aggregarteträger 8N0 199 313 E gelistet. Der Roadster verwendet den 8N7 199 313 F.

    Die verschraube Querverstrebung ist immer gesondert zu bestellen und im ETKA nicht mehr gelistet.

    AFAIK haben diese Strebe nur die schweren und leistungsstarken Fahrzeuge, sowie die Roadster. Dieses Wissen aber bitte nicht auf die Goldwaage legen...



    btw.:

    ich habe den Träger mit Brandox 3in1 in schwarz glänzend geschrichen.

    Die Optik muss man mögen, denn die Pinselstrichstrucktur ist halt nicht weg zu diskutieren, wenn man streicht.

    Ob die Oberfläche deutlich glatter wird, wenn man spritzt, kann ich nicht sagen, da ich halt gepinselt habe und die Funktion der Farbe mir wichtiger als die Optik ist.


    Soviel liege ich dann doch nicht unter dem Auto :D

  • Ok. Danke an Euch beide.


    An KTL hatte ich nur wegen des höheren Korrosionsschutzes gedacht.


    VG

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